Die ersten 1000 E-Bike Kilometer

Knapp über 1000 Kilometer hat mir mein E-Bike jetzt Freude bereitet, damit hat es aktuell ungefähr die Strecke von Esslingen bis La Rochelle, seinem Herkunftsort, bewältigt.

Genauer gesagt kommt es aus dem Magasin Intersport à PUILBOREAU bei La Rochelle und ist ein Nakamura e-Complite 960 (externer Werbelink zu Intersport Frankreich, keine Verbandelungen …oh, sehe gerade, ist momentan nicht verfügbar, man sieht nur noch das Pedal… weiter unten verlinke ich dafür noch auf eine Alternative). Nakamura ist in Frankreich die Radhausmarke von Intersport und es war übrigens gar nicht so leicht ein E-MTB in einem Gebiet zu finden, wo alles fast topfeben ist.

Wie “Monsieur ich hatte ja keine Ahnung…” zum E-Bike fand

Nachdem mein Sohn Dank Rudolfs’ Radl Shop (fetter Werbelink – Wenn ich aus der Haustür gehe sehe ich direkt in Rudolf’s Werkstatt 😉 noch vor unserem Besuch bei unseren Freunden in Frankreich zu einem glücklichen E-Bike Fahrer gemacht wurde, ihr hättet sein Gesicht sehen sollen als er das Prachtstück von einem Haibike Enduro E-MTB mit einem nagelneuen Bosch Perfomance CX Motor das erste Mal sah (war ein Garantiefall den Rudolf abwickelte und damit gleichzeitig unser Glück, ein zum richtigen Zeitpunk am richtigen Ort die richtige Frage an den richtigen Menschen gestellt Ding) …und jetzt merk ich schon, halt stop, das kommt jetzt irgendwie aus dem Takt …weil eigentlich hatte ich das hier Geschriebene schon teilweise in dem Akku-Grusel-Beitrag (paßt hier aber im 1000 Kilometer Beitrag besser) und irgendwie klappt das gerade mit dem Flow nicht mehr so gut, deswegen brauch ich hier jetzt einen Break …uuund Luft holen, weiter ausholen und jetzt 1,2,3 in Ruhe weiter 😉

Also …natürlich bin ich das Haibike bei uns oben in Hohenkreuz kurz ums Eck Probe gefahren, aber da war noch was von diesem ahnungslosen “Ich hol mir erst ein E-Bike wenn ich 75 bin” in mir… ich war zu diesem Zeitpunkt also noch nicht E-Bike infiziert …aber Sohnemann konnte das Bike nicht am gleichen Tag abholen…

E-Infizierung, die

Das gute Stück stand jetzt also in meinem Keller und es brach die Tageszeit an um nach einem in sitzender Weise vor dem Bildschirm verbrachten Bürotag für das eigene “Bio-System” einen Luftaustausch herbei zu führen, also rauf auf’s? …neue E-Bike …gab’s Fragen? …dann hoch zur Katharinenlinde, wo ich noch am Vortag mit meinem 100% Bio-Bike wie immer im Sommer klatschnass ankam um dann nach einer Verschnaufpause gleich wieder nach Hause hin abzudrehen bzw. mit der Genugtuung, dass jetzt der täglichen Fitness genüge getan war, mich einfach wieder angetrieben von 100%iger Erdanziehungskraft den Berg runter rollen zu lassen …wenn es nicht sein muss, muss ich auf der ganzen Heimfahrt nur vier Mal ins Pedal treten, ich hab’s mehrfach getestet (am Kreisverkehr unten sollte dann allerdings gerade alles frei sein) …aber jetzt mit diesem affenscharfen Turbo-Modus, I LOVE IT!

Oben an der Katharinenlinde angekommen zwei kleine Kreisel gedreht, runter zu den sieben Linden, weiter zum Kernerturm und dann war ich längere Zeit im Wald verschwunden und tauchte irgendwann mit einem vollbreiten Grinsen, mittlerweile das dritte Mal, wieder bei der Katharinenlinde auf …OMG WIE GEIL ist das denn?!!! …und die “paar” Dreckspritzerchen machen meinem Sohn sicher nichts aus wenn er morgen sein neues Bike zum ersten Mal sieht …jetzt sieht es doch erst so richtig gut nach Enduro aus… (in 2021 war der Sommer heftig verregnet …das nur als Notiz für eine spätere Erinnerung).

Danach drehte ich erst einmal in Richtung Heimat ab, die Beine wussten mittlerweile trotz oder Dank? Turbo-Modus was sie getan haben, und es wurde auch schon langsam dunkler. An der Haustür angekommen fragte ich mich dann aber nur kurz ob es das für heute wirklich schon gewesen sein soll, morgen freut sich schließlich jemand anderes darüber …ein kurzer Blick aufs Display: Noch 2 Akku-Balken …und dann den Wald nochmal von hinten aufgerollt, samt nochmal zweimal hoch zur Linde, solange bis es dunkel war und das Display keinen Balken mehr anzeigte, obwohl mir schon davor klar war, dass ich es gerade körperlich übertreibe und das am nächsten Tag wohl einen leichten Muskelkater bedeuten würde …und so war es dann auch …aber meine Bedenken ob man sich mit einem E-Bike fit halten kann wurden damit gleichzeitig mitverpulverisiert, es ist genau anders herum. Spaß und Lust an der Bewegung spielen eben doch eine große Rolle …und den hat man mit einem E-Bike …gerade auch dann, wenn man im Neckartal wohnt, wo es doch richtig knackige Anstiege gibt, auch dann wenn man nur kurz mal was im Städtle besorgen möchte und am Berg wohnt …vermutlich wurde das E-Bike explizit für die Gegend in und um Esslingen herum erfunden.

Den E-Bike Zug ins Rollen brachte mein alter Kumpel Andy im Frühjahr 2021

Treffpunkt war die Katharinenlinde um sein neues E-Bike zu inspizieren. Von Weitem sah ich ihn schon den Berg hinauf fliegen …wow, das ist schnell …und mit Jacke, während mir nach der Bergfahrt mit meinem 100% Bio-MTB schon im T-Shirt viel zu warm war. Dazu hat er vom Scharnhäuser Park bis zur Katharinenlinde, also inklusive aller Höhenmeter, die bei einer Durchquerung des Neckartals eben mal so anfallen, genau so lange gebraucht wie ich von …egal 😉

Ja und da stand es nun vor uns, ein toller E-Tourer auf MTB-Basis von Haibike mit Bosch Performance CX Motor und mit allem dran was ein E-Bike so richtig alltagstauglich macht: Licht, Schutzbleche, Gepäckträger, Fahrradständer …schon wieder ein Prachtstück! Preis? Trotz Modell vom Vorjahr und Reduzierung ….Uuuups?! Ist das in Gold gegossene Raketentechnik? Zu diesem Zeitpunkt machte ich mich als noch “E-Unsüchtiger” über die E-Bike Preise noch lustig …inklusive so Aussprüchen von mir wie “Evernever werde ich selbst jemals so einen Preis für ein Fahrrad bezahlen” …oder… “Mach 1000 weg, dann würde es für mein Gefühl in etwa anfangen akzeptabel zu werden…”.

Ich steh nun mal auf gute und haltbare Bike-Komponenten, aber bei E-Bikes scheint es leider genau so zu sein wie das schon bei den 100% Bio-Bikes die letzten Jahre zu beobachten war: Eine gefühlte exponentielle Preiserhöhung sobald eine Komponenten-Gruppe höher verbaut wird. Dazu drängt sich mir auch immer noch der Vergleich zum Auto auf. An einem Auto ist viel mehr verbaut: Viel mehr Metall, viel mehr Gummi, viel mehr Motor, viel mehr Know-How, viel mehr alles …also im Verhältnis sollte bei den E-Bike Preisen noch unbedingt so etwas wie eine Konsolidierung stattfinden, soviel Freude sie einem auch bereiten ….und einen letztendlich deswegen doch den Preis bezahlen lassen, der da eben aktuell drauf steht. Begründet werden die hohen Preise mit hohen Entwicklungskosten …aber hey, Rahmen aus Alu, Bordcomputer, Akkus und Elektromotoren, das kennen wir jetzt doch schon eine Weile.

Der Preis war also einer der anfänglichen “Verhinderer”, der im Kopf der andere (…und das mit den Lieferengpässen in 2021 war noch ein weiterer). Ich meine das trotz (oder vielleicht gerade deswegen?) meiner zarten 50+ mit dem “Ich bin doch noch kein Opa…”-Ding. Natürlich hatten wir darüber schon ein paar Mal, paarmal zu schreiben ginge auch, hab gerade nachgeschaut :-), gesprochen, also darüber ob Mann soll oder Mann nicht soll, weil es eventuell mit einer Art gefühlten “sportlichen Kapitulation” gleich kommen könnte, aber da hat sich Andy dann einfach ein Herz gefasst, tief in den Portemonnaie gelangt und Nägel mit Köpfen gemacht ….und dafür bin ich ihm sehr dankbar, denn wer weiß wie lange das sonst noch so bei mir gedauert hätte mit diesem Kopf-Ding.

War da also “nur” noch die Preis-Hürde zu nehmen bzw. eine Taktik musste her, wie das auch in Häppchen geht, sprich eine “nackiges” E-MTB in einem akzeptablem Preisbereich um die 2000 EUR mit einer ordentlichen Komponenten-Base zu finden um es dann Schritt für Schritt weiter in Richtung Alltagstauglichkeit zu vervollständigen und aufzuwerten …Mann bezeichnet solch eine Taktik auch gerne als Hobby.

Und so ist das dann passiert bzw. passiert weiterhin. Insgesamt günstiger wird das dann zwar leider nicht aber eindeutig individueller 😉 Noch fehlt z.B. das fest installierte Licht, das seinen Strom aus dem Motor-Akku bezieht und der Gepäckträger …und ob sogar noch ein Fahrradständer dran kommt damit streite ich mich noch herum 😉 Es wäre für die Ausrichtung des Solarpanels zur Sonne geschickt wenn man es irgendwie am stehenden Rad befestigen könnte. Mit Nachführung? Das wäre ja mal ein Ding… 😉

Noch ein paar Infos:

  • Laut Statistiken im Internet werden in Deutschland im Schnitt anscheinend ca. 3300 EUR für ein E-Bike bezahlt …sagt wie gesagt das Internet. Ich persönlich hab mit der Zahl aber so meine Probleme. Auf der anderen Seite, wenn ich mich bei den Ausfahrten so umschaue sind da bei uns oben schon ganz schöne E-MTB Kracher unterwegs und vom Verhältnis 100% Bio zu E-Bike würde ich Fifty-Fifty schätzen, mit einem leichten Vorteil für die E-Bepowerten wenn das Wetter schöner ist.
  • Motoren-Tests unter Live-Bedingungen Mann gegen Mann …der Brose Drive-T und der Bosch Performance CX (4 Gen) schenken sich am Berg nichts 😉
  • Warum E-Bike Fahrer*innen tendenziell eher mit Jacke unterwegs sind? Weil sie auch bergauf der Fahtwind kühlt 🙂
  • Von einem 29 Zoll E-MTB zurück aufs alte 26 Zoll 100% Bio-MTB geht nicht mehr …es kommt einem vor wie Spielzeug 🙂

Mein armes Auto

Als ich später dann das erste Mal mit meinem eigenen E-Bike die Esslinger Burgsteige (oder Straße?) hinauf gefahren bin, ein Wahnsinnsgefühl. Im Vergleich zu meinen Strampeleskapaden mit meinem alten 100% Bio-Bike kam es mir wie ein Flug vor ….und ob ich jetzt für solche Trips das Auto oder das E-Bike nehme, diese Frage stellt sich mir wann immer es geht nicht mehr, weil es mit dem E-Bike einfach mehr Spaß macht.

Seitdem das E-befeuerte Rad da ist habe ich seit Ende August bis heute dreimal das Auto bewegt (das schöne Herbstwetter diese Jahr hat sicher auch seinen Anteil daran) und auch nur deswegen weil ich einmal wegen dem Knacken den Brose-Motor aufgemacht hatte und danach auf die Lieferung der neuen Dichtung warten musste und letzten Sonntag, weil ich am Samstag Abend davor bei einem Ladeexperiment den Akku dummerweise selbst kaputt gemacht habe.

Auch im Urlaub, ab dem Zeitpunkt als ich dann endlich ebenfalls elektrifiziert wieder mit meinem Mitbikern mithalten konnte (Sohnemann und unsere französischen Freunde waren bereits per E unterwegs), wurde fast alles nur noch per Bikes gemacht und wir haben dadurch Momente erlebt, die wir so mit dem Auto nicht gehabt hätten …und unglaublich was mit der heutigen Technik alles möglich ist. E-Bikes besitzen beim Passieren einer Strandbar eine Stopautomatik. Zuerst dachte ich kurz mein Motor würde spinnen, aber da das bei allen gleichzeitig passiert ist war klar, dass es sich dabei um ein Hersteller übergreifendes E-Bike Feature handeln muss. Sagenhaft.

Mein Auto, das ich auch gerne hab, tut mir schon ein bisschen leid. Es hat immer noch französisches Benzin im Tank (nicht deswegen tut es mir leid sondern weil es sich die Reifen platt steht) …und eine akzeptable Soundanlage an Bord. Das ist ein Punkt, den ich vermisse. Nicht am E-Bike selbst, da möchte ich beim Fahren nichts auf die Ohren, aber insgesamt fehlen mir irgendwie diese Inseln des gepflegten voluminösen Sounds in Bewegung, den es so nur im Auto zu geben scheint. Na ja, und dann gibt es ja auch noch den Winter und richtig verregnete Tage oder beides zusammen …wechseln wir wieder das Thema….

…und reden kurz über das Bike selbst 😉

Das Nakamura e-Complite 960 (Werbelink, keine Verbandelungen …ist gerade doch wieder verfügbar, aber nur in Größe M und eben nur im Intersport Frankreich), das ich für gut durchdacht halte und mit für um die 2000 EUR Kaufpreis mit beachtlich aktuellen und gut aufeinander abgestimmten Komponenten daher kommt. Z.B. 29 Zoll-Boost-Laufradsatz, Brose Drive-T, Rock Shox Judy Air Solo Federgabel, SRAM SX Eagle 12 fach, 500 Watt Akku. Auch das Gewicht kann sich sehen lassen. 22 kg für ein E-MTB Hardtail sind ein guter Wert. Ich habe meinem Bike mittlerweile zwar noch Upgrades spendiert aber wie schon gesagt, die original verbauten Komponenten taugen in meinem Augen genauso gut um damit seinen Spaß zu haben bzw. hatte ich den damit, deswegen kann ich das ja auch so sagen 😉

Wirklich zu bemeckern war die Sattelstütze, die einfach egal wie fest man den Sattelstützenspanner anzimmerte trotzdem immer wieder Stück für Stück im Rahmen verschwand, was übrigens mal ein Wow-Trainigseffekt für die Beine ist. Um das Problem zu beseitigen musste die originale 31,6 mm Stattelstütze gegen eine 31,8 mm Sattelstütze ausgetauscht und im Rahmenrohr die wohl gut gemeinte aber zu reichlich verteilte Graphitpaste entfernt werden. Die Bremsen sind ok, wer es aber zupackender mag sollte sich ein Upgrade überlegen (XT, Magura MT5 …)

Ach so, und der Schließmechanismus der hinteren Steckachse, E-Thru genannt (bei mir war keine originale Shimano E-Thru-Steckachse verbaut sondern irgendein Nachbau). Der ist nichts für normale Schnellspanner gewohnte Hände bzw. geht der bei festerer Betätigung schnell kaputt, so wie das bei mir leider eingetreten ist. Also lieber mit Gefühl betätigen vor allem beim Anziehen, man dreht sonst beim Aufschrauben, wenn das Teil davor zu fest angezimmert wurde, den filigraner gehaltenen Aufschraub-Mechanismus ab und der Hebel dreht dann nur noch ins Leere. Ersatz zu finden ist gar nicht so leicht: Steigung und Länge des Gewindes im Rahmen, Boost-Standard oder nicht (das sind ein paar Millimeter Unterschied), Durchmesser, dazu Lieferengpässe …ich hatte an diesem Samstag als mir das passiert ist, Rudolf war schon in seinem wohlverdienten Jahresurlaub, bei mehreren Bike-Läden im Umkreis angerufen, aber entweder war nichts vorrätig …oder: Was soll E-Thru sein? Ähm, was Neues von Shimano?! – Ich hatte zu diesem Zeitpunkt im Bezug auf Steckachsen und ihren Varianten noch keine Ahnung von nix. Hab es dann zur Rettung der samstäglichen Ausfahrt ersatzweise mit einem Torx-Schlüssel in Verbindung mit Krafteinwirkung auf das weichere Aluminium der Achse zwar doch noch geschafft sie auch so gesichert fest zu bekommen aber das war natürlich nichts auf Dauer. Nach einer dann doch schon längeren Suche konnte ich etwas passenden im Internet finden, eine SRAM Maxle Stealth Steckachse, wobei Stealth einfach bedeutet, dass da kein Dreh-und-Schnellspannerhebel mehr heraus ragt, sondern dass man zum Festmachen oder Lösen einen einfachen Sechskant-Inbus benutzt …einfach passt für mich sehr gut.

Steckachse Teil 2 – Wie der Depp auf dem Intersport Parkplatz an einem wunderschönen Sommertag im August zur Mittagszeit (schön warm). Nach dem Kauf in Frankreich wollte ich das Bike ins Auto laden und das geht bei dem 29-Zoller trotz Kombi nur so richtig souverän wenn man davor die Räder abbaut. Das Hinterrad ging flott ab nur beim Vorderrad kam und kam ich nicht dahinter wie das gehen soll.

Mein Steckachsen-Erstkontakt war es ja nicht mehr, denn wie das Vorderrad am Haibike meines Sohnes mit der Suntour-Federgabel und dem Steckacksen-Rosetten-Verschluss ab geht wusste ich mittlerweile (da gab es ebenfalls anfängliches Rätselraten), aber beim Nakamura und der RockShox Judy? Klar Hebel gelöst und gedreht aber nichts passiert, hmm? Dass da im darunter liegenden Plastikring eine Aussparung ist in die der gelöste und umgelegte Hebel genau hinein passt war auch klar und auch gemacht, aber wenn ich jetzt mit dem eingelegten Hebel das Ganze drehen möchte verbiegt sich das nicht ganz so dickwandige Plastik beängstigend mit und nichts beginnt sich zu lösen oder zu drehen, es also vorsichtshalber wieder sein gelassen …hallo, das Bike ist ganz neu …und erst einmal eine geraucht und dabei so getan als ob ich verzückt meine neue Errungenschaft beäuge – in Wirklichkeit war das aber alles nur Tarnung dafür, dass gerade jede verfügbare Hirnzelle aus dem Urlaub zurück beordert wurde und den Auftrag bekommen hatte mit zu überlegen wie das verd….Vorderrad abzubauen ist. Kippe ausgedrückt und dann nochmal probiert aber weiterhin erfolglos und nochmal und wieder nix. Kann man eventuell irgendwo einen Inbus ansetzen? Aber was soll das dann mit dem Spannhebel? Urlaub und Hirnen, zwei Dinge, die voneinander getrennt bleiben sollten 😉

Ich stand also weiter auf dem gut frequentierten und sehr sonnigen Parkplatz genau vor dem Intersport-Eingang …schaut da eventuell schon jemand interessiert zu? 😉 Das Ganze ging dann wieder von vorne los und es war für mich ein bisschen so als ob mir das Bike zuflüstern möchte: Haste gedacht Du kannst mit Deinem Bike-Wissen aus dem V-Brake-Zeitalter des letzten Jahrtausends hier einfach mal so mein super modernes Steckachsen-Vorderrad lösen? Hm?

Kurz bevor ich dann das Hinterrad wieder anbauen und das Bike zum Mechaniker bei Intersport rein schieben wollte (Schloss war nicht dabei und das Bike ging ja nicht ins Auto) damit er mir das erklären kann wie diese Alien-Tech funktioniert, startete ich dann zur Vermeidung des Eingestehens meiner buchstäblich neu erworbenen Unfähigkeit ein popeliges Vorderrad ab zu schrauben einen letzten Versuch mit mehr Schmackes. Das Plastik bog sich verdächtig ging aber noch nicht kaputt und dann endlich – Dschong – der Klang des Losbrechmoments bestätigte als urlaubskompatible Lösung des Problems den blosen Einsatz von Muskelkraft und jetzt endlich endlich konnte die Steckachse mit dem umgelegten Hebel in der Plastikaussparung weiter heraus geschraubt werden. What a feeling …und gleichzeitig wurde mir damit auch klar, dass die moderne Bike-Technik und ich noch einige spaßige Zeiten miteinander verbringen werden …wie z.B. das Einstellen einer nicht mehr ratternden SRAM Eagle 12fach-Schaltung ohne Schablone. Kurzfassung: Geht nur mit Schablone. Das bekommt aber einen Extrabeitrag.

Wer meinen Beitrag zu dem Knacken im Motorbereich gelesen hat, der wird auch beim Lesen des ein oder anderen Pedelec-Forums feststellen, dass solche Probleme durchaus auch bei über doppelt so und noch viel teureren E-Bikes vorkommen können. Da steckt man nicht drinnen und oft liegt es nur an kleinen Dingen, die lediglich ein bisschen weitere Sorgfalt und Nacharbeit erfordern würden …und Zeit natürlich auch.

Auf was ich beim nächsten E-Bike Kauf achten würde dazu schreibe ich noch separat. Es würde zwar wieder ein E-MTB werden aber ich würde darauf achten, dass von vornherein Licht verbaut ist und sich am Rahmen Ösen für Schutzbleche und Gepäckträger befinden, so dass man es bei Bedarf leichter zum Tourer umrüsten kann …und dass der Akku nicht voll im Rahmen integriert ist, was aber mit meinen Solar-Basteleien zu tun hat. Bei einem E-MTB macht es sonst schon Sinn wenn der Akku beim Ritt durchs Gelände fest dran ist, auf der anderen Seite ist es aber auch sehr praktisch wenn man ihn einfach mit in die Wohnung nehmen kann.

Vernünftige E-Bike bzw. E-MTB Alternative für um die 2000 EUR?

Da ich vorhin auf das Nakamura verlinken wollte und dabei gemerkt habe, dass es zum Zeitpunkt des Schreibens nicht verfügbar war (manchmal ja, manchmal nein) …es gibt von Decathlon ein sehr ähnliches Bike zum gleichen Preis, welches auch in Presseartikeln zusammen mit dem Nakamura vorgestellt wird (externer Webelink, auf Französisch, auch nicht verbandelt).

Das Rockrider E-ST 900 (Werbelink, ebenfalls keine Verbandelungen …allerdings ist jetzt bei der Revision des Beitrags ein paar Tage später gerade dieses nicht mehr verfügbar dafür aber das Nakamura wieder, aber nur in M). Einen Unterschied sehe ich aber gerade, das E-ST 900 hat einen 27,5 und das Nakamura einen 29 Zoll Laufradsatz. Ob das beim Fahren einen großen Unterschied macht kann ich nicht sagen. Ich kann nur sagen, dass der Umstieg von 26 auf 29 Zoll für mich mit WOW-Effekt kam …die 29 Zoller bügeln im Gelände drüber wo, ich sag’s weiter lapidar, die 26 Zoller womöglich stecken geblieben wären. Wie in dem oben verlinkten Artikel zu lesen ist, und das passt gut zum vorherigen Halloween-Akku-Beitrag, soll der Akku vom Rockrider besser sein da dort hochwertige Samsung SDI Zellen verbaut sind …so so…dachte Amperstunden sind Amperstunden, aber auch das bekommen wir irgendwann noch heraus.

Ich erwähne das hier mit dem E-ST 900 gerade auch, weil ich in La Rochelle zuerst im Decathlon stand um das E-ST 900 mit größerem Kaufwillen zu besichtigen aber sie hatten zu diesem Zeitpunkt keines vor Ort da, nur online …und so fuhr ich wenige Autominuten weiter und es wurde das Nakamura in Größe M, was ich bis jetzt nicht bereut habe.

E-Bikes brauchen einen guten Service

Was ist wenn etwas mit dem E-Bike ist? Was ist im Garantiefall? Immerhin ist mein Sohn gerade Dank eines Motordefekts glücklich an sein neues E-Bike gekommen, das kann also so gut die Technik auch ist durchaus schon einmal bei einem E-Bike vorkommen.

Das war auch mein Hintergedanke beim Kauf meines Rades, der eben in Frankreich zustande kommen wollte. An meiner alten Möhre waren vorne wie hinten alle Ritzel verschlissen, dazu war die Hinterradnabe kaputt, ob es nun schaltete oder doch das hintere Schaltwerk “fraß” war ein Glücksspiel, ich hatte deswegen sowieso schon begonnen mich nach einem neuen Drahtesel um zu schauen (brachte mir das Bike für meinen Sohn ein aber eben noch keines für mich), es gab also neben meiner blosen E-Bike Begeisterung zusätzliche Gründe gleich ein komplettes Upgrade auf die moderne Bike-Technik zu vollziehen und dann nach den neuesten E-Erlebnissen eben gleich auch ein E- vor das Bike zu stellen. Aber muss ich dann immer über 1000 km fahren um das Rad zur Inspektionn zu bringen, angenommen ich hätte es fern der Heimat bei einem Händler in La Rochelle gekauft?

Zur Klärung der Frage habe ich mir von ein paar Herstellern die Garantiebestimmungen durchgelesen und bei manchen steht das schon so drinnen, dass Probleme dort gelöst werden, wo das Bike gekauft wurde. Auf der anderen Seite ziehen Menschen aber auch schon mal um, hmm. Deswegen sollte es nach Abwägung aller Faktoren in diesem meinem besonders eiligen Fall einer der großen Sportketten sein, die es im Fall der Fälle auch in DE gibt.

Dass ich jetzt alles selbst mache ist eine andere Sache …allerdings hätte ich das davor auch schon wissen können 😉 …aber alle, die nichts an ihrem E-Bike machen wollen, oder keine Zeit haben, die brauchen einen versierten Biketechniker um die Ecke, so wie es bei mir im wahrsten Sinne des Wortes der Fall ist. Mein Bike mach ich zwar selbst, aber das E-Bike vom Sohn schieb ich zur Inspektion 5 Meter weiter zum Rudolf …Werbelink, fett 🙂

…und von da kommt mein Bike her 😉 …und wie viele Rechtschreibfehler sich in so einen Beitrag einschleichen und trotz mehrfachem Drüberlesen über längere Zeit verstecken lönnen ist einfach phänomenal.