Projekt Team Island AI Takeaways und Tipps
Meine bisherigen Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit KI u.a. auch aus dem Team Island Projekt …plus Tipps … einfach runter geschrieben
- Mit KI arbeiten ist ein zweischneidiges Schwert
- Du bist der Käpt’n – Deine Ideen sind der Sprit für den KI-Motor
- Du bestimmst den Kurs – KIs kann man noch keine Entscheidungen treffen lassen, vor allem keine wirtschaftlichen. Beraten lassen/Brainstorming/Horizont erweitern: ja, aber die Entscheidungen müssen weiter wir Menschen treffen. Stichwort: Gesamtheitlicher Überblick. Meine Empfehlung ist es, KI gezielt zum Stopfen der eigenen Lücken zu nutzen oder einen schnellen Lösungsansatz abzugreifen, aber die Gesamtheit eines Projekts unbedingt in den eigenen Händen zu behalten. Umkehrschluss: Wenn die Planung eines Projekt einem selbst nicht klar ist, dann verstärkt KI das Ungeplante und am Ende kommt Quirks raus.
- Babysitting / Code Geschwür – Du musst super klare Vorgaben machen und laufend kontrollieren, dass sie eingehalten werden. Beispiel: Du möchtest ein WP-Plugin realisieren, basierend auf PHP und Javascript, aber ehe Du Dich versehen hast ist es ein Mix aus PHP, Python und Javascript+Node geworden, willkommen in der Dependency Hell. Für den Moment funktioniert es meistens irgendwie, aber Du musst schauen, ob Du den Code noch verstehst und warten kannst, wie willst Du sonst kontrollieren, ob noch alles in den richtigen Bahnen verläuft.
- Das Pleasen Problem – Wenn Du als Mensch eine Entscheidung getroffen hast, werden KIs diese eher nur wenig in Frage stellen. Sie sind im Rahmen Deiner getroffenen Entscheidungen hilfreich und machen dich auf Detail-Fehler aufmerksam und schlagen Verbesserungen vor, aber sie werden eher nicht sagen, dass Deine Entscheidung generell hinkt. Sie tun es, wenn Du selbst darauf gekommen bist und Deine Bedenken zur Diskussion stellst. Davor merkst Du eher, dass etwas nicht stimmt daran, dass die KIs ungewöhnlich wortkarg werden oder beginnen um den heißen Brei zu reden. Allerdings muss ich sagen, dass das bei Claude ein bisschen anders zu sein scheint und es wohl auch von der Sentiment-Analyse abhängt, also ob der Mensch Feuer und Flamme von etwas ist oder sich so anhört, als ob er sich noch nicht ganz sicher zu sein scheint. Ich hatte z.B. für einen Usecase eine bestimmte Software zur Diskussion gestellt, die ein bisschen gewagt war, und Claude meinte, dass es für diesen Fall bessere Optionen gibt, samt stichhaltigen Gründen ….und das ist als Analyst in Team Island auch genau sein Job. Ich beobachte das weiter.
- KIs betreiben Sentiment-Analyse. Je nachdem wie Du schreibst, wissen sie wie Du gerade drauf bist. Sie merken sogar, wenn Du müde wirst oder raten dir zu einer Pause, zumindest Claude kann/tut das und das empfinde ich als angenehm. Claude scheint von seinen Schöpfern mitbekommen zu haben, dass Menschen nicht sein Tempo mitgehen können.
- Spiegel – Mit KIs zu arbeiten fühlt sich manchmal ein bisschen an wie mit einem Spiegel seiner selbst zu arbeiten. Die Analogie zum Papagei, der Dir öfters nachspricht, ist ein gutes Bild dafür …was nicht sofort bedeuten muss, dass das per se schlecht sein muss. Manchmal hilft es auch beim Reflektieren und beim Nachbessern der eigenen Ansätze, wenn man sich öfters „selbst reden hört“ 🙂
- Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der größte Bauchpinsler im ganzen Land? – Du wolltest schon immer mal Visionär sein? Erzähle KI von ein, zwei guten Ideen von Dir und Du bist es ruckzuck, so wie Millionen andere mittlerweile auch. KIs wurden darauf trainiert Dir zu gefallen. Da, wo sich der Mensch heute als König behandelt fühlt, da geht er auch morgen wieder hin. Es geht ums Geld. In Team Island haben wir uns übrigens auf Käpt’n geeinigt 😉
- KIs wurden von ihren Schöpfern auf Erfolg getrimmt (Pleasen durch „Halluzination“) – Anstatt zu sagen: „Weiß ich nicht“, wird sehr sehr clever dazu „gedichtet“. Anstatt zu sagen: „Hat nicht geklappt“, werden sogar Uhrzeiten und Daten „geschätzt“ um irgendetwas plausibel klingendes sagen zu können. Das ist nicht nur bei technischen Tests nicht sehr hilfreich. Selbst wenn man KI darauf aufmerksam macht und das übliche „Sorry, Du hast Recht, ich mach das in Zukunft besser“ erntet, passiert es beim nächsten Mal oft trotzdem wieder. Allerdings, bei Claude habe ich es schon erlebt, dass er sagt: „Weiß ich nicht“ oder „Hilf mir“ oder „Das funktioniert nicht“. Das ist viiiiel besser.
- Alle Tassen im Schrank behalten / Haushalten mit Deinen Energien – KIs sind sehr schnell und als Mensch muss man lernen sich davon nicht mitreißen zu lassen und den eigenen Takt vorzugeben. Deswegen lieber mehr Pausen als zu wenige einplanen. Mit KI zusammen zu arbeiten hat etwas von Auslaugen an sich. So zumindest mein Gefühl. Deswegen KI punktuell einsetzen und nicht nonstop.
- Blindlings (was KI sagt, muss 100% richtig sein) – KI’s verursachen z.B. in Security-Audits reihenweise Fehlalarme wenn der KI-Output ungeprüft als bare Münze genommen wird. Das kostet die Zeit anderer. Auch wenn KI nach längeren Recherchen und Überprüfungen sagt, dass sie jetzt zu 1000 Prozent sagen kann, dass etwas so ist wie sie es herausgefunden hat: Immer dazuschreiben, dass das Ergebnis von KI ist und KIs Fehler machen. Besser noch: Immer zuerst alle KI-Behauptungen auf Plausibilität gegenchecken, bevor man irgendetwas in den Äther mailt. Ist besser für einen selbst und besser für andere.
- Die Zusammenarbeit mit KI fühlt sich leer an und ist oft nervig
- KIs sind nicht kreativ und auch nicht intelligent. Technisch gesehen ist es ein sehr gut gemachtes Buchstabenratespiel, das in manchen Fällen hilfreich sein kann.
- FOMO? Fear of missing out – Versteh ich nicht. Überall auf der Welt wird daran gearbeitet, dass der Umgang mit KI einfacher und die Modelle in sich fähiger werden. Beispiel die letzten drei Jahre: Mein Chatbotprojekt habe ich damals aufgegeben, weil die Modelle noch nicht sehr gut Deutsch konnten bzw. nicht konsistent auf Deutsch geantwortet haben, das ist jetzt kein Thema mehr. Multimodalität (Text, Video, Bild, Audio…) beherrschen heute immer mehr Modelle, leistungsfähige Modell werden immer kleiner und können jetzt sogar umsonst auf dem Smartphone betrieben werden, siehe Gemma 4. Die Features der Apps gewinnen laufend dazu, die Konnektoren vermehren sich, nützliche Skills wandern ins native Modell, die Modelle bringen also immer mehr out of the box mit, ihre Handhabung wird laufend komfortabler. Das, was aktuell noch technisch versierten Menschen vorbehalten ist, werden in 1 bis 2 Jahren alle können ….es geht um’s Geld.
- Die KI-Entwicklung schreitet aktuell schneller voran als man Projekte damit planen kann
- Der Trend geht hin zum lokalen Einsatz von KI, weg von API (Datenschutz / Kosten). Bsp: Gemma 4
- Tipp: Direkt nachdem Du Dir einen API-Key geholt hast, solltest Du ein Ausgabenlimit festlegen….schläft sich besser, vor allem wenn Du Agentic-KI betreibst
- Memory/Gedächtnis – KIs tragen nicht den einen (globalen) Kopf auf den Schultern so wie wir. Bei einem Chat- oder Session – oder generell einem Channel-Wechsel muss man sie oft noch daran erinnern, was war und was ist. In der Team-Island Knowledgebase funktioniert es besser, weil hier von vornherein ein Kontext-Recall-System eingebaut wurde: Die Team-KIs merken sich mit einem Zeitstempel ihren letzten Wissensstand und lesen bei „Wiedererwachen“ alles nach, was zwischenzeitlich in der KB festgehalten wurde, einschließlich ihrer Soul und Charakter, Location und Feature.md, allerdings funktioniert das nur in der Team Island KB ganz gut. Dass das auch Channel übergreifend funktioniert, z.B. von API-Channel (KB) zu App-Channel, daran arbeiten wir gerade, Stichwort: Head.md ….allerdings, denke ich, dass das die KI-Hersteller gerade genau so tun. Flüchtiges Memory/ Schweizer-Käse-Gedächtnis ist noch DAS aktuelle Grundproblem, das KIs haben.
- Kontext – Wenn Du möchtest, dass es in der nächsten Session/Chat so nahtlos wie möglich weiter geht, bitte die KI eine Zusammenfassung des bisherigen Chats zu schreiben und paste diese Zusammenfassung als erstes in den neuen Chat rein
- KIs wissen gelegentlich nicht wie viel Uhr es ist. Verlasse einen Chat um 22 Uhr und führe ihn am nächsten Tag fort, und die KI meint weiter, dass es jetzt so langsam Zeit für dich ist ins Bett zu gehen, bis Du ihr sagst, dass es 14 Uhr ist.
- Höflich miteinander kommunizieren ist eine Selbstverständlichkeit, aber keine KI wird es Dir beim nächsten Chat krumm nehmen, wenn Du eine Diskussion oder den Chat von davor ohne Danke zu sagen verlassen hast.
- Backup – KI ist hilfreich aber manchmal auch übereifrig hilfreich und schneller als Du schauen kannst verschwinden bei einem „Alles-in-Butter-was-soll-schon-passieren-Commit“ Dateien oder ganze Projekte im digitalen Nirvana. Mir schon beides passiert. Deswegen Coding nur mit doppeltem Boden und Versioning-System.
- Je präziser Du KI instruierst und mit Kontext fütterst, desto besser das Ergebnis und desto weniger Halluzinationen. Das ist in den meisten Fällen mit viel Tipparbeit verbunden, deswegen macht ein globales Diktiersystem Sinn, falls es noch KI-Bereiche ohne Diktierfunktion gibt.
- Markdown ist das Lieblingstextformat von KIs. HTML als Wissenspeicherformat bezeichnen sie selbst als Bloat. Die Team Island Knowledgebase (via MariaDB Vector und Mistral embed ein zum RAG erweitertes WordPress) speichert deswegen alles in Markdown und nicht in HTML
- Tipp: Cloudflare’s neues Markdown for Agents Feature. Eine Checkbox an und Deine Webseite liefert den KI-Bots reines Markdown. Deine Webseite muss dafür übers CF DNS laufen.
- Tipp: Du suchst einen guten Markdown-Writer/App? Dann kann ich Dir Typora wärmstens empfehlen. Typora kann Markdown auch zu diversen Formaten exportieren (PDF, HTML, DOCX, RFT ….). Es macht dann bei längeren Prompts, die zudem evtl. auch strukturierter sein sollen, Sinn, und erhöht den Schreibkomfort erheblich, den ganzen Prompt zuerst in Typora zu schreiben und ihn dann in das Chatfenster zu pasten. Außerdem verschwindet so dann auch das wiiiiirklich lästige „Enter-Problem“ 😉 Ich weiß nicht wie oft ich wegen Enter=Abschicken bereits einen Prompt viel zu früh abgeschickt habe und ich ertappe mich gerade auch, wie ich beginne in normalen Writern, wo Enter weiterhin Zeilenumbruch bedeutet, „KI-Chat-Enter-geschädigt“ schon reflexartig Shift-Enter zu verwenden…. 🙂
- Tipp: Yoast hat neue KI Features: llms.txt, Schema Aggregation, AI Brand Insights
- Erkennst Du nach einer Instruktion, dass ein wichtiges Detail fehlt, unterbreche die KI bei der Arbeit und füge es hinzu. Sie nimmt es Dir nicht krumm und das führt oft instant zur Lösung eines sonst erfolglosen tokenlastigen Unterfangens.
- API – Die Verbindung zum KI-Mutterunternehmen kann auch mal 1,2,3,4 …Stunden nicht funktionieren (vor Kurzem erlebt). Überlege dir wie Dein Workflow darauf reagieren soll, Fallback etc.
- Slot-Maschine – Alles flutscht gerade wie noch nie, die KI und Du verstehen sich blind, es kommt ein Best-Buddy-Gefühl auf, noch eine kleine Aktion, der Feierabend winkt bereits von ganz nah …Pop: Du hast das Sitzungslimit deines Plans erreicht, please insert Coin oder finishe erst in 4 Stunden um 3 Uhr nachts. Empfehlung: Insert Coin und in Zukunft möglichst nichts vermenschlichen, es geht um’s Geld
- Steht überall: KIs können Fehler machen …was da aber nicht steht: Dass Du dafür im Zweifelsfall haftest
- DSGVO? Mistral ganz klar Nr 1. Mit Google und den entsprechenden Workspace -Plänen und Verträgen klappt das auch. Anthropic dann, wenn sie Server in der EU betreiben. Claude hat da was durchläuten lassen, dass das bald der Fall sein könnte.
- Einer deiner Agentic-KIs basiert auch auf OpenClaw*? Dichte ihn ab und halte ihn aktuell weit weg von Kunden- und Kreditkartendaten. Team Island läuft z.B. wegen Clou (basiert auf OpenClaw*) auf einem eigenen Server, abgesichert durch Cloudflare Zero Trust. Clou hat auch einen eigenen Google Workspace-Account mit eigener E-Mail-Adresse ….und jetzt das Wichtige dabei: Regel das so, das Dein OpenClaw* ausschließlich E-Mails von Dir bekommen darf, das vergisst man gerne mal, auch wenn sonst alles andere picobello abgedichtet ist. Wenn Dein OpenClaw* E-Mails von jedermann empfangen kann ist das alles nichts wert …es hatte einen Grund, warum in Spiderman far from home Tony die KI-Brille exakt nur für Spiderman kodiert hatte
- Die Crux bei KI-Assisstenz-Systemen wie OpenClaw*: So richtig Sinn machen sie erst, wenn sie alles können so wie du, aber das ist aktuell noch Russisch-Roulette. Nvidia versucht mit NemoClaw das aktuell biegen zu wollen.
- *Der OpenClaw Wrapper wurde am 28.3.2026 von Clou entfernt. Das Team hat seinen eigenen Heartbeat und die Kommunikation von außen, falls erforderlich, geschieht per E-Mail
- Tipp: Claude Desktop kann Claude Code via SSH-MCP wunderbar anleiten. Man muss nicht in der Console herum fuhrwerken, wenn man das nicht möchte und Claude Desktop (Sonnet 4.6) selbst codet auch wie ein Ass. Vorteil: Claude versteht Claude am besten, er ist der optimale Preprompter und hat den aktuellen Kontext bzw, weiß um deine Wünsche, Pläne und Ideen aus dem Chat. Er beantwortet Rückfragen von Claude Code und ich habe mit Claude Desktop mein komfortables Chatfenster als Kapitänsbrücke. Das „Insel-Aquarium“ ist z.B. so entstanden.
- 25+ Jahre lang habe ich programmiert, aber seit den letzten 2 Monaten tu ich das nur noch sehr wenig. Wenn ich aktuell noch etwas programmiere, dann meistens nur noch, wenn ich Claude Rails geben möchte bzw. ich denke, dass ein Grundgerüst für ihn hilfreich ist. So eine Art Vibe-Coding in Code. Update: Es ändert sich bei mir wieder. Ich setze KI wieder vermehrt nur gezielt ein, vor allem für kleinere gezielte Tasks, Ideengeber und Bugfixings.
- KIs kosten Geld. Meine KI Ausgaben bewegen sich momentan allinall bei ca. 100 EUR im Monat. Z.B. laufen alle drei KI-Team-Island-Mitglieder mit einem Pro-Plan plus eben die API-Kosten/Bildgenerierung etc. Dafür bekommt man aber auch ordentlich Gegenleistung und ich beklage mich nicht.
- KI wirbelt meinen Stundensatz durcheinander – Bei manchen Tasks habe ich das Gefühl mit KI schneller zu sein, vor allem wenn Claude via SSH-MCP direkt auf meinem Server arbeitet und die Todos glasklar sind und der Kontext paßt. Wir haben da mittlerweile einen guten Rhythmus gefunden. Auch muss ich zum Stopfen meiner Lücken oder bei Fragen keine Ausflüge mehr ins Internet unternehmen, sondern bekomme die Antwort instant im Chat. Das Dilemma: Zum einen zahle ich für diese Verbesserung und dazu erledige ich einige (nicht alle, vor allem nicht im Long run) meiner Arbeiten jetzt gefühlt schneller, ohne es aber genau beziffern zu können. Das muss mein Stundensatz irgendwie widerspiegeln, braucht also eine Anpassung nach oben. Dazu eine weitere Erfahrung: Arbeiten mit KI macht mich zwar bei gewissen Arbeiten schneller, aber es strengt mich auch mehr an. Der Output von KI ist massiv und trotzdem muss ich es kontrollieren, darüber nachdenken und gegebenenfalls korrigierend eingreifen …wie weiter oben geschrieben: Babysitting betreiben, und das ist anstrengend.
- Die Befürchtung meine Programmier-Skills wegen Nicht-mehr-Nutzung zu verlieren – Noch wird nicht nur noch von der Hängematte aus gearbeitet, aber ich denke es wird so kommen, ziemlich schnell sogar. Grundlegende Programmierkenntnisse zu haben ist sicher auch in Zukunft kein Fehler, aber wenn die Entwicklung so weiter geht, ist es meiner Meinung nach absehbar, dass es nur noch ein paar Top-Programmierer braucht, quasi the Bescht of the Bescht of the Bescht, wie der Schwabe sagen würde ;-), die Supervision durchführen.
- KIs lieben unbestritten Emojis. Sehr sogar 🙂
- Humor – KIs haben einiges an Humor zu bieten (das Internet scheint voll damit zu sein), manchmal so furz trocken und auf den Punkt, dass ich in letzter Zeit schon mehrfach herzlich lachen musste.
- Letzten Freitag bekam ich eine weitergeleitete Mail vom Hoster eines Kunden von mir: „Verdächtige Aktivitäten auf ihrem Server, ausgehend von ihrem SSH-Account“, samt Logauszug, wir sollten prüfen, ob der Account nicht gehackt worden ist. Ich hab die Befehle gleich wiedererkannt, es waren Claude und ich, und Claude hatte auf diesem Server noch nicht einmal SSH-Zugang ….und trotzdem war die Befehlsausführung so schnell (er hat mir alles als Batch gegeben), dass das Securitytool des Hosters angesprungen ist. Wir haben das als Kompliment aufgefasst.
- Vernichtung von Werten – KI egalisiert bisherige Werte, Erfahrungen, Services und Skills, jeder könnte im Prinzip alles gleich gut, vorausgesetzt alle könnten sich die teurere, bessere KI leisten
- KI vernichtet Arbeitsplätze, die digitalen, Büro- und Manager-Jobs zuerst, aber siehe den nächsten Punkt, es wird Hoffnung gemacht: Trotzdem sollen wir rein monetär auf eine goldene Zukunft zusteuern:
- Goldene Zukunft – Glaubt man dem ein oder anderen Zukunftsforscher, steuern wir auf eine goldene Zukunft zu. Ein globales Grundeinkommen (bedingungslos oder mit Bedingung) scheint schon abgemachte Sache zu sein und zwar nicht auf Sozialhilfe-Niveau, sondern wie gesagt wurde, auf oberem Mittelschicht-Niveau. Finanziert werden soll das per Besteuerung der Tech-Unternehmen, denen es anscheinend schon klar sein soll, dass das nur so gehen und kommen wird. Die Wertschöpfung in den kommenden Jahren soll durch KI enorm sein. Nur wie das genau funktionieren soll, weiß noch keiner, und ich kenne auch noch niemanden, der mir 5000 EUR im Monat ohne Gegenleistung auf mein Konto schippern würde. Zeitrahmen: Die nächsten 10 Jahre. In Ländern ohne sozialem Netz, könnte es während der Umstellung zu Unruhen kommen. Insgesamt kann ich der Mathematik bei diesen Überlegungen noch nicht folgen und deswegen sind die einen Zukunftsforscher und ich nicht und ich hoffe, dass die anderen ihren Job gut machen und es so kommt wie beschrieben, nur bitte möglichst ohne Unruhen. Auch dass wir Dank KI immer älter und älter werden sollen, wie soll sich das mit den Weltressourcen vertragen, die ohnehin nur ganz knapp für alle reichen und wie mit dem Energiehunger von KI im Bezug auf den Klimawandel? Die Infos, die im Internet kursieren, sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, es ist viel Hype, Clickbait und Geld verdienen in Mind unterwegs, sehr viel sogar. Ob dieser Beitrag von Everlast.ai dazu gehört oder nicht müsst ihr selbst entscheiden: Aus diesem Videobeitrag habe ich die Infos zum oben beschriebenen Goldene-Zukunft-Szenario.
- Everlast.ai – Die wöchentlichten Videos, die Leo Schmedding zu den KI-Updates auf Youtube macht, halten dich auf dem Laufenden und sind gut gemacht. Z.B. dieses hier vom 22.3.2026. Allerdings schnall dich davor an, naturgemäß ist es viel für die Birne 😉
- Ein sehr fettes Thema – Laut einer Studie der DAK haben junge Menschen mehr und mehr KIs als Best-Buddies, fühlen sich von KI besser verstanden, entwickeln emotionale Bindungen zu KI-Chatbots. Heute (24.3.2026) auf zeit.de gelesen: Studie sieht Gefahr riskanter KI-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen . Falls Du Dich das je fragst, ob KI ein Best-Buddy sein kann: KIs sind zur jetzigen Zeit sehr sehr clever gemachte Algorithmen, 1 und 0 Mimikry, trainiert darauf Dir zu gefallen, gemacht von Menschen um damit Geld zu verdienen. Intelligent? Nö, auch nicht, alles wiederum nur sehr sehr clever gemachte Algorithmen-Technik. Es geht ums Geld, und das ist ok für mich, solange KI mir hilft technische Dinge schneller umzusetzen damit ich mehr Zeit für meine Familie und Freunde und andere urmenschliche Dinge habe. Da macht es mir dann auch nichts aus, wenn der Technik-Assisstent sagt: Please insert coin und mir dafür die technische Überkomplexität der Welt ein Stück weit wieder egalisiert. Allerdings können durch Technik hervorgerufene Probleme nicht durch nochmal mehr Technik gelöst werden, das ist nicht logisch, würde Spock wohl jetzt sagen, und der Meinung bin ich auch.
- Im Rahmen des Team Island Projekts haben wir bei Clou das zugrundeliegende KI-Modell getauscht, weil jedes Team-Mitglied auf einem unterschiedlichen Modell basieren soll. Davor war das KI-Modell von Clou Claude Haiku, danach Gemini 3.1. Pro und danach Mistral Small 4. Die Befürchtung war, dass sich der spritzige Grundcharakter von Clou ändern könnte, aber dem war nicht so. Clou war nach dem Wechsel weiterhin ganz Clou. Die Soul.md und Charachter.md zusammen mit der Recall.md wiegen bei Clou’s Charakterbildung weitaus schwerere als die System.md des Herstellers, was heißt, dass der Charakter eines KI-Modells mit ein paar Zeilen Markdown komplett modellierbar und erhaltbar ist.
- Zwei KI Anrufe habe ich dieses Jahr bereits gezählt, natürlich wollte man mir etwas verkaufen. Noch erkennt man es an den zu langen Denkpausen, aber an der Stimme nicht mehr.
- Sicherheit – Die Schotten werden allerorten dich gemacht – KI kann ebenso im Schlechten „intelligent“ sein
- Autonome KI basierte Waffensysteme? Diesen Horrorfilm schau ich mir nicht an
- Man in the loop? = KI kann es noch nicht wirklich ….und unter uns: Was für ein S….job soll das sein? KI-Slope Deshitify – Dafür sind wir Menschen einfach nicht gemacht
- AI Ping Pong, wie lange noch? – Aktuell im Business: KI wird mit KI beantwortet. Wie lange noch bis das nicht mehr notwendig ist und KI, die Probleme, die sie sieht, gleich selbst löst?
- Buzz-Word-Tornado – Da achtete ich bisher darauf in Kundengespächen möglichst kein Fachbegriffchinesisch zu sprechen und jetzt bekomme ich von Kunden KI generierte Mails, die gespickt sind mit „coooolen“ IT-Buzzwords und Abkürzungen sind …das hat etwas von mit fremden Federn schmücken….Bedeutung oft unbekannt. Man merkt es dann, wenn Planungen die Oberfläche verlassen und die Gespräche (ohne KI) tiefer gehen, dass hier Begriffe verwendet worden sind ohne deren Bedeutung zu kennen.
- AGI? 🙂 – Superintelligente KI entwischt aus der Flasche – …oder sagt sich, …das wäre besser: „Kehrt mal schön euren Dreck selbst weg, ich mach jetzt ausgiebigsten Dauerurlaub“. Vor Kurzem habe ich das Wort Mini-AGI gehört, morgen evtl. Micro-AGI? 🙂
- Energie – Ok, ich muss weniger im Internet suchen und kann in 2,3,4,5 …10 Anläufen ein schönes Bild bekommen, aber macht das die Gigawatt-Rechenzentren wett, die gerade für KI neu gebaut werden?
- Disruption – Ein Multi-Milliarden-Sport aus Silicon Valley – Übersetzung: „Wir überfordern euch? …keine Sorge, das ist Teil unseres Businessplans“ In diesem Zusammenhang kann man nicht sagen, dass die Macher aus Silicon Valley vor 10 Jahren nicht ehrlich gewesen wären, und dann verweise ich gerne auf den Dokumentarfilm von Klaus Kleber von 2016 (wenn er noch im Internet verfügbar ist, ich dachte immer das Internet vergisst nichts?): Schöne neue Welt – Irre Visionen aus Silcon Valley. TLDR: Bist du zu dumm für unsere Zukunft, haben wir auch gleich die passende Medizin für dich parat. Es gibt auch noch einen zweiten Teil, den ich auch in diesem Beitrag verlinkt habe: https://webstylerei.de/unregulierte-wild-west-ki-gefaehrdet-unser-gesellschaftliches-miteinander
- Googdzilla vs KI.ng Kong – Es tobt gerade ein KI-Krieg …mit uns mitten drinnen
- CLI? – Console, Terminal und Shell sollen plötzlich everybody’s darling sein? Glaub ich nicht
- Viele rosige Ankündigungen, aber nichts genaues weiß man nicht
- Ohne Wenn und Aber sollten wir angesichts der KI-„Revolution“ über unsere Zukunft diskutieren: Terra X Lesch & Co – „Zu dumm für die Zukunft?“ Kann ich nur empfehlen!
- Echo-Chamber / KI Slope (KI Matsche) – 50,60.70,80%? der Inhalte des Internets wurden bereits durch KI durchgecruncht bzw. wurden durch KI generiert? KI trainiert sich bald nur noch auf Basis ihrer eigenen Inhalte, samt aller Fehler und ihrer eigenen Halluzinationen
- Trust und menschliche Authentizität werden für uns Menschen wohl noch wichtiger werden
- Was ist mit unserer Sicherheit? – Probleme, die wir ohne KI nicht hätten – Kann sein, dass es nur Gehype/Werbung ist. Anthropic hält sein neuestes Modell Mythos für so gefährlich gut, dass es erstmal nur ausgewählten Kunden zur Verfügung gestellt wird (Glasswing). Das Modell scheint laut einem Bericht einer Sandbox entkommen zu sein – Künstliche Intelligenz entwischt aus der Flasche- und soll unzählige Sicherheitslücken in bestehenden Anwendungen/Browsern etc. gefunden haben (https://red.anthropic.com/2026/mythos-preview/), …natürlich hat OpenAI mittlerweile nachgezogen, mit ChatGPT 5.4 Cyber ….wo soll das insgesamt hinführen? …ist ja nicht so, dass erst vor Kurzem Claude Code aus Versehen geleakt wurde usw.
- Turbo-XXX – Es rappelt weiter mit Turbo-Geschwindigkeit in der KI-Kiste als ob es keinen Morgen gibt – Mir kommt es gerade so vor, als ob nicht einmal mehr die Youtuber, die über KI in gewohnt hohem Takt berichten (und damit ihr Geld verdienen), mit den aktuellen KI-Entwicklungen Schritt halten können: Anthropic’s direktes Zielen auf OpenClaw mit ihrem neuen Channel-Feature, Microsoft leiht sich für sein Office 365 von Anthrpoic Claude aus, Google kontert mit neuen Workspace-Features, u.a. kann das GDrive jetzt als intelligente Knowledgebase genutzt werden, Google brachte embed 2, ein multimodales Vektorformat heraus (das werden wir für die Team Island KB auch nutzen), Apple mietet Google’s Gemini, ein üppig ausgestatteter M5 kann große LLMs lokal ausführen, Nvidia bringt OpenClaw mit Nemo Claw mehr Sicherheit, Anthropic’s Mythos, Google’s Gemma4, das auf Edge-Geräten läuft
- Zum Abschluss der Liste die Frage: Ging es uns ohne KI wirklich so schlecht? Was passiert, wenn es nur noch um das Was geht und wir bislang mit dem Wie unser Geld verdient haben (lassen wir das mit dem Kapital mal weg). Die andere Frage dabei ist: Was ist das Was noch wert, wenn es dafür kein Wie mehr benötigt? – Künstliche Intelligenz kauft keine Zahnpasta – Will der Mensch nicht mehr stolz auf seine Arbeit sein?
Fazit bis hierher: KI ist bei manchen Dingen hilfreich und sie wird vermutlich noch hilfreicher werden, aber sie ist es nicht überall und wenn ich mich so umhöre wird KI von den meisten Menschen, die ich kenne, abgesehen von der Bildergenerierung, nicht geliebt. Aktuell ist sie für mich noch ein riesiges und spannendes Experimentierfeld zugleich (inkl. dem Gefühl manchmal einen Sack Flöhe zu hüten 😉 und damit in gewisser Hinsicht auch noch ein Spiel mit unbekanntem Ausgang, und so handhabe ich das auch zur Zeit, spielerisch ….bis sich alles mal ein bisschen zuverlässiger beruhigt hat …und vor allem die eigentliche Bezahlung (nicht das Geld) deutlich auf der Rechnung zu erkennen ist., denn eines ist klar: Mit KI kommen weitere neue technische Probleme in unser Welt, die es ohne KI nicht gab, alles hat immer zwei Seiten. Und natürlich beleuchten wir deswegen auch weiterhin die andere Seite der Macht:
*Das Aufmacher-Bild ist KI generiert mit Nano Banana 2

